Beobachtungsobjekte
Die folgenden Texte und Darstellungen beschreiben die Sichtbarkeit der verschiedenen Arten von Himmelsobjekten unter den üblichen Himmelsbedingungen auf unserer Beobachtungsplattform. Natürlich hängt der persönliche Eindruck auch stark von der jeweiligen Beobachtungserfahrung und den sonstigen Umständen ab.
(Eine Zusammenstellung der aktuell während unserer Führungen beobachtbaren Objekte finden Sie hier.)
Die Sonne
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| Sonne im Wasserstofflicht (H-alpha) |
Sonne mit Flecken im sichtbaren Licht |
Tagsüber kann die Sonne durch einen speziellen Filter beobachtet werden, durch den nur das Licht des Wasserstoffs (H-alpha) sichtbar ist. Beeindruckend zeigt sich die 6.000 Grad heiße, brodelnde Sonnenoberfläche. Gewaltige Materieausbrüche, die sogenannten Protuberanzen, können als leuchtende Bögen oder filigran erscheinende Strukturen am Rand der Sonnenscheibe sichtbar werden.
Durch Störungen in den solaren Magnetfeldlinien treten an der Oberfläche regelmäßig lokale Anomalien auf, die eine örtliche Abkühlung um ungefähr 1.000 Grad verursachen. Im Fernrohr erscheine diese kühleren Bereiche als dunkler Fleck. Solche Sonnenflecken treten oft in Gruppen auf. Alle 11 Jahre erreicht die Sonne ein Maximum in der Sonnenfleckenhäufigkeit.
Der Mond
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| Mondgebirge |
Mondwüsten |
Rillensysteme |
Zu den eindrucksvollsten Himmelsobjekten zählt der Erdmond. Unzählige Krater, Wallebene, Ringketten und Staubebenen zieren seine Oberfläche und ergeben im Teleskop mit dem wechselnden Stand der Sonne ein beeindruckendes Schauspiel von Licht und Schatten. Je nach Mondphase lassen sich auch feine Rillen, Dühnen, Einbruchstäler oder kleine Vulkankegel erkennen.
Merkur
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| Merkur bei sehr guten Bedingungen |
Merkur ist sehr schwierig zu beobachten, da er sich immer in Sonnennähe befindet und nur selten Abendsichtbarkeiten bietet, die ausreichend lange dauern, um ihn bei einer Abendführung im Teleskop zu zeigen. Der Anblick des kleinen Planeten im Ferrohr zeigt, je nach Position, eine Phasengestalt. Oberflächenstrukuren sind im Teleskop praktisch nicht zu erkennen.
Venus
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| Venus als extrem dünne Sichel |
Die Venus als Abend- oder Morgenstern zeigt im Fernrohr verschiedene Phasen, ähnlich wie unser Mond. Dieser Planet ist von einer permanenten Wolkenhülle umgeben, so dass kein Blick auf die darunterliegende Oberfläche möglich ist.
Mars
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| Mars bei sehr guten Bedingungen |
Mars zeigt im Fernrohr eine den Planeten umspannende, rotbraune Wüstenlandschaft mit helleren und dunkleren Gebieten. An den Polen lassen sich je nach Jahreszeit helle, gefrorene Polargebiete erkennen.
Jupiter
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| Jupiter mit Monden |
Auf dem riesigen Gasplaneten Jupiter können wir die ständig welchsenden Strömungen in der Atmosphäre beobachten. Dunkle Bänder und hellere Zonen überziehen die Oberfläche, gesäumt von Wolkenwirbeln, die in regelmäßigem Abstand auftreten und im Fernrohr als hellere Flecken erkennbar sind. Je nach Rotationswinkel des Jupiters kann der berühmte "Große Rote Fleck" sichtbar sein. Die Bahnen der vier großen Jupitermonde, Io, Europa, Ganymed und Kallisto lassen sich im Fernrohr gut verfolgen. Bereits innerhalb einer Stunde zeigen sich die Bewegungen dieser Himmelskörper. Desöfteren tritt einer dieser Monde genau vor die Jupiterscheibe und verursacht dort eine Sonnenfinsternis. Mit etwas Glück lässt sich im Teleskop dann beobachten, wie ein der Schatten eines Mondes als schwarzer Fleck langsam über den Jupiter wandert.
Saturn
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| Saturn |
Saturn zählt sicher zu den schönsten Himmelsobjekten, die wir beobachten können. Ein einmaliger Anblick aus Ästhetik und Harmonie erfreut das Auge des Betrachters. Scheinbar schwerelos schwebt ein Ringsystem um den Planeten. Dieser Ring entstand in der Urzeit des Sonnensystems bei einem sehr nahen Vorbeiflug eines ca. 300 km großen Eis-Asteroiden. Durch die starken Gezeitenkräfte in der Nähe des Gasriesen zerbrach dieser Asteroid in viele Fragmente. Durch permanentes Zusammenstoßen dieser "schwebenden Eisberge" wurden diese im Laufe von vielen Millionen Jahren immer weiter zerrieben, so dass sich daraus das fazinierende Ringsystem bilden konnte. Als Planet zeigt Saturn allerdings weniger oberflächendetails als Jupiter. Meist findet sich in der Äquartorgegend eine etwas hellere Zone. Bänder oder Wolkenwirbel sieht man eher selten. Unter guten Witterungsbedingungen erkennt man im Ring die Cassinische Teilung, so dass ein innerer und ein äußerer Ringe unterscheidbar wird. Meist sind mehrere Monde des Saturn erkennbar.
Uranus und Neptun
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| Uranus |
Die äußeren Planeten Uranus und Neptun erscheinen im Teleskop als kleine, grünliche Kugeln. Aufgrund der großen Entfernung lassen sich zwar praktisch keine Details mehr auf der Oberfläche erkennen, je nach den herrschenden Sichverhältnissen können aber einzelne Monde dieser Planeten beobachtet werden.
Kometen
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| Komet Holmes im November 2007 |
Kometen sind flüchtige Besucher des inneren Sonnensystems. Nur helle Kometen, die leider recht selten sind, lassen sich von der Sternwarte aus gut beobachten. Bei hellen Kometen zeigen sich der Kometenkern und die Koma des Kometen, ggf. auch ein Teil des Kometenschweifs.
Gasnebel
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| Orionnebel M42 |
Gasnebel wie der Orionnebel M42 sind riesige wolkenartige Gebilde innerhalb unserer eigenen Galaxie. Sie bestehen zum größten Teil aus Wasserstoff und Helium und können in ihrer Gesamtheit bis zu einigen tausend Sonnenmassen enthalten. Ihre Größe kann sich auf mehrere Lichtjahre Durchmesser erstrecken.
Unter bestimmten Voraussetzungen fängt eine solche Wolke von ihrer eigenen Schwerkraft angetrieben an, sich zusammenzuziehen und sich dabei zu verdichten und zu erwärmen. So entstehen in dieser Gaswolke stark komprimierte Bereiche, die sogenannten Globulen. Durch weitere Verdichtung steigt darin die Temperatur soweit an (auf ca. 15 Mio Grad), dass eine nukleare Kettenreaktion in Gang kommt. Vier Wassterstoffkerne verschmelzen hierbei zu einem Heliumkern, unter Aussendung von gewaltigen Energiemengen in Form von Licht und Teilchenstrahlung. Aus dem Globul ist ein junger Stern entstanden. Deshalb sind solche Gasnebel sind große Sternentstehungsgebiete, aus denen bis zu einige tausend Sterne hervorgehen können. Im Laufe der Zeit wird das gesamte Gas des Nebels zum Bestandteil der Sterne, wodurch der Nebel verschwindet.
Auch unserer Sonnensystem ist vor ca. 5 Milliarden Jahren aus einem heute nicht mehr vorhandenen Gasnebel entstanden. In größeren Fernrohren zeigt sich z.B. der Großer Orionnebel, M42 genannt, als filigranes, grünliches, unterschiedlich dichtes, wolkenartiges Gebilde.
Offene Sternhaufen
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| Offener Sternaufen M45, die Plejaden (Siebengestirn) |
Offene Sternhaufen sind Gruppen junger Sterne die aus Gasnebel entstanden sind. Bei sehr jungen Sternhaufen wie den Plejaden können wir im Telekop noch Gasreste um die Sterne erkennen. Ältere Sternhaufen beginnen langsam zu diffundieren, bis sich der Sternhaufen nach Jahrmillionen vollständig aufgelöst hat und die Einzelsterne sich dann frei in der Galaxie bewegen. Im Fernrohr zeigen sich Sternhaufen als Ansammlung von bis zu einigen hundert Sternen.
Kugelsternhaufen
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| Kugelsternhaufen M13 |
Kugelsternhaufen sind im Gegensatz zu offenen Sternhaufen wesentlich sternreicher und älter. Aufgrund der gegenseitigen Anziehung der Sterne, bleiben diese in kugelfömigen Anordnungen aneinander gebunden. Das Alter vieler Kugelsternhaufen liegt bei etwa 10 Milliarden Jahren! Der hellste von uns aus sichtbare und damit auch der bekannteste Kugelsternhaufen ist M13.
Doppelsterne
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| Doppelstern Albireo |
Bedingt durch die relative räumliche Enge in einem Gasnebel bzw. jungen Sternhaufen passiert es häufig, dass junge Sterne dort durch ihre gegenseitige Anziehungskraft nah aneinander geraten und sich gegenseitig einfangen. Ähnlich wie unser Mond die Erde umkreist, kreisen dann zwei oder mehr Sterne umeinander. Etwa die Hälfte aller Sterne haben Begleitsterne. Im Fernrohr lassen sich solche Doppelsterne gut beobachten. Besonders auffällig ist es, wenn die beiden Sterne unterschiedliche Farben haben. Die Doppelsterne "Albireo", "Alamak" oder "Izar" bestehen je aus einem gelblichen und einen hellblauen Sternenpaar. Beim Doppelstern Eta-Cassiopeia findet sich z.B. ein weisser und ein rötlicher Stern. Auch der Polarstern oder der helle Sirius geben sich im Fernrohr als Doppelstern zu erkennen.
Sterbende Sterne
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| Eskimonebel NGC 2392 |
Wenn der Wasserstoffvorrat eines Sterns langsam zu Ende geht, beginnt die letzte Lebensphase des Sterns. Er bläht sich zu einem gewaltigen "Roten Riesenstern" auf. Beispiel für solche Sterne sind Beteigeuze im Orion, Aldebaran im Stier oder Antares im Skorpion. Bereits mit freiem Auge erkennt man an ihnen eine rötliche Farbe. Nach der Phase des Roten Riesen schrumpfen Sterne und beginnen langsam ihre äußeren Hüllen abzustoßen. Es bildet sich eine leuchtende, expandierende Gashülle um den ausglühenden Sternenrest, der Weißer Zwerg genannt wird. Im Fenrohr erkennt man bei solchen Sternenleichen oftmals einen Ring, der Ähnlichkeit mit einem Rauchring besitzt (z.B. Ringnebel M57) oder eine runde, diffuse Wolke um einen Stern (z.B. Eskimonebel NGC 2392).
Supernova Überreste
Das Ableben eines sehr großen, massereichen Sternes endet nach der Phase des Roten Riesen, in einer gigantischen Supanova-Explosion. Der gesamte Stern wird innerhab kürzester Zeit vollständig zerstört. Im Jahre 1054 habe chinesische Astonomen am Taghimmel einen solchen Stern aufleuchten sehen. Aufgrund ihrer damals schon sehr genauen Aufzeichnungen kennen wir heute den genauen Ort und können an dieser Stelle die Überreste dieser Sternexplosion sehen.
Galaxien
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| Galaxie M82 |
Galaxien sind riesige Sternensyteme wie unsere Milchstraße (altgriechisch: galaxías = "Milchstraße"), die aus etwa 300 Milliarden Sternen bestehen. Man schätzt, dass es im Universum mehr als 50 Milliarden Galaxien gibt.
Sichtbarkeit der Himmelsobjekte
Im folgenden geben wir die jahreszeitliche Sichtbarkeit der verschiedenen Himmelsobjekte während unserer Abendführung an.
Mond und Planeten
Sichtbarkeit von Mond und Planeten während der Abendführung:

Wenn der Mond während der Führung am Himmel steht, wird er bei gutem Wetter immer beobachet, wobei Vollmond hier die am wenigsten attraktive Phase ist.
Gasnebel
| Orionnebel M42 | Dezember - April |
| Lagunennebel M8 | Juni - August |
Sternhaufen
| M41 im Sternbild Großen Hund | Dezember - April |
| M35 im Sternbild Zwillinge | Dezember - Mai |
| M11 im Sternbild Schild | Juli - September |
| M37 im Sternbild Fuhrmann | Dezember - Mai |
| h+Chi im Sternbild Perseus | September - März |
Doppelsterne
| Albireo im Sternbild Schwan | Juni - September |
| Alamak im Sternbild Andromeda | Oktober - April |
| Eta im Sternbild Cassiopeia | ganzjährig |
| Epsilon im Sternbild Leier | Juni - September |
| Izar im Sternbild Bärenhüter | April - August |
Sterbende Sterne
| Hantelnebel M27 im Sternbild Füchslein | Juni - November |
| Ringnebel M57 im Sternbild Leier | Juni - September |
| Eskimonebel NGC 2392 im Sternbild Zwillinge | Dezember - Mai |
| Blue Snowball NGC 7662 im Sternbild Andromeda | Oktober - April |
| Katzenaugennebel NGC 6543 im Sternbild Drache | März - August |
Supernova Überreste
| Krebsnebel M1 im Sternbild Stier | Dezember - Februar |
Kugelsternhaufen
| M13 im Sternbild Herkules | Mai - August |
| M22 im Sternbild Schütze | Juli - August |
| M3 im Sternbild Jagdhunde | April - September |
| M5 im Sternbild Schlange | Mai - August |
| M15 im Sternbild Pegasus | August - November |
Galaxien
| Andromedanebel M31 im Sternbild Andromeda | September - Januar |
| M81 & M82 Galaxieenpaar im Sternbild Großer Bär | Januar - Mai |
| M65 & M66 Galaxienpaar im Sternbild Löwe | März - Mai |
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